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II.29. Elfriede Jelinek (1946)



Die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek wurde am 20. Oktober 1946 in Mürzzuschlag im österreichischen Bundesland Steiermark geboren. Ihre Mutter Olga war Buchhalterin von Beruf und ihr Vater Chemiker. In den fünfziger Jahren wurde er psychisch krank und starb 1969 in geistiger Umnachtung. Als Kind besuchte Elfriede Jelinek einen katholischen Kindergarten und später eine Klosterschule. Sie besaß bereits als Kind eine auffällige musikalische Begabung und wurde mit 13 Jahren ins Wiener Konservatorium aufgenommen Pparallel absolvierte sie das Wirtschaftskundliche Realgymnasium.

Nach der Matura erlebte Elfriede Jelinek den ersten psychischen Zusammenbruch. Nach Genesung bezog sie die Universität Wien, wo sie einige Semester Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte studierte. Wegen gesundheitlicher Probleme musste sie aber das Universitätsstudium abbrechen und verbrachte ein Jahr zu Hause in totaler Isolation. Während dieser Krankheit begann sie Gedichte zu schreiben. Ihre erste poetische Veröffentlichung war der Gedichtband „Lisas Schatten“. Ihr erster, 1968 entstandener Roman „bukolit“ wurde erst elf Jahre später veröffentlicht. Am Ausgang der sechziger Jahre bekundete die junge Elfriede Symathie mit der radikalen Studentenbewegung. Nach kurzem Aufenthalt in Berlin kehrt sie nach Wien zurück. 1974 wird sie sogar Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs und nimmt aktiven Anteil am „Volksstimme“-Fest im Rahmen der Autorinnenlesungen. Im selben Jahr heiratet sie den Komponisten Gottfried Hüngsberg, der für den berühmten Filmregisseur Fassbinder Filmmusik schrieb.

Literarischer Durchbruch gelingt ihr aber erst 1975, als ihr Roman „Die Liebhaberinnen“ erscheint, den die westlichen Literaturkritiker als marxistisch-feministische Karikatur eines Heimatromans einschötzen.

In den siebziger Jahre betätigt sich Elfriede Jelinek sehr aktiv als Hörspielautorin. In verschiedenen deutschsprachigen Rundfunksendern konnte man „Wien West“ (1972), „Untergang eines Tauchers“ (1973),, „Jelka. Familienserie in acht Folgen“ und „Die Ausgesperrten“ hören. Aus dem letzteren Text wurden auch Roman und Film.

1983 erscheint ihr Roman „Die Klavierspielerin“, den die Literaturkritiker aus biographischem Blickwinkel heraus interpretierten und die künstlerischen Qualitäten des Textes im Grunde mit Stillschweigen übergingen oder einfach missachteten.

1985 wird das Theaterstück „Burgtheater“ uraufgeführt, das dasThema der nichtbewältigten nationalsozialistischen Vergangenheit in Österreich aufgreift. Das Stück löst Skandalwirkung aus. Die Autorin wird als Nestbeschmutzerin verschrien.

1989 erregt die Autorin Aufsehen mit ihrem Roman „Lust“, der zum Bestseller wird. Thema dieses Werkes sind patriarchalische Machtverhältnisse im sexuellen Bereich. Manche empfanden den Roman als „weiblichen Porno“.

In den neunziger Jahren begibt sich Elfriede Jeliner in die selbstgewollte Isolation. Nach dem Skandal mit dem Theaterstück „Raststätte“(1994) zieht sie sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück und verbietet ihre Stücke in Österreich aufzuführen. Bemerkenswert ist auch ihr Austritt aus der KPÖ 1991.

Ihre Selbstisolation dauert aber nicht besonders lange an.Sie kommt ins öffentliche Leben zurück. Ihre Werke werden immer aktueller. 2000 wird auf dem Wiener Ballhausplatz das Stück „Lebewohl. Ein Haider-Monolog“ uraufgeführt. Auch die Textmontage „Ich liebe Österreich“ greift aktuelle Problematik auf. Sehr ertragsreich war für Elfriede Jelinek das Jahr 2003, in dem zwei Stücke inszeniert wurden, nämlich „Das Werk“ und „ Bambiland“.

2004 wird der hervorragenden österreichischen Autorin der Nobelliteraturpreis zuerkannt für „den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen“.

Der letzte, 2008 entstandene Roman von Elfriede Jelinek „Neid“ erscheint nicht gedruckt, sondern nur im Netz auf ihrer Homepage. Ihre letzten Stücke verdienen auch Erwähnung. Es sind dies : „Babel“ (2005), wo es um den Irakkrieg und den Folterskandal in Abu Ghraib geht, und „Ulrike Maria Stuart“ (2006) sowie „Rechnitz“(2008) und „Die Kontrakte des Kaufmanns. Eine Wirtschaftskomödie“ (2009).

 

ANFANG:

 

eines tages beschloss brigitte, dass sie nur mehr frau sein wollte, ganz frau für einen typ, der heinz heißt.

sie glaubt, dass von nun an ihre schwächen liebenswert und ihre stärken sehr verborgen sein würden.

heinz findet aber nichts liebenswertes an brigitte, auch ihre schwächen findet er nur ekelhaft.

brigitte pflegt sich jetzt auch für heinz, denn wenn man eine frau ist, dann kann man von diesem weg nicht mehr zurück, dann muss man sich auch pflegen. brigitte möchte, dass die zukunft es ihr einmal durch ein jüngeraussehen danken wird. vielleicht hat brigitte aber gar keine zukunft. die zukunft hängt ganz von heinz ab.

wenn man jung ist, dann sieht man immer jung aus, wenn man älter ist, dann ist es sowieso zu spät. wenn man dann nicht jünger aussieht, dann heißt das erbarmungslose urteil für die umwelt: kosmetisch in der jugend nicht vorgesorgt!

also hat brigitte etwas getan, das in der zukunft wichtig sein wird. wenn man keine Gegenwart hat, muss man für die zukunft vorsorgen. brigitte näht büstenhalter. wenn man eine kurze naht macht, muss man viele davon machen, vierzig sind jedenfalls das absolute minimum in der akkordvorgabe. wenn man eine kompliziertere längere naht macht, muss man entsprechend weniger machen. das ist sehr human und gerecht.

brigitte könnte viele arbeiter bekommen, sie will aber den einzigen heinz bekommen, der ein geschäftsmann werden wird.

das material ist nylonspitze mit einer dünnen portion schaumgummi unterlegt. ihre fabrik hat viele marktanteile, die im ausland sind, und viele näherinnen, die aus dem ausland kommen. viele näherinnen scheiden aus durch heirat, kindesgeburt oder tod.

brigitte hofft, dass sie einmal durch heirat und kindesgeburt ausscheiden wird.

alles andre wäre ihr tod, wenn sie am leben bleibt.

vorläufig hat b. noch nichts als ihren namen, im lauf der geschichte wird brrigitte den namen von heinz bekommen, das ist wichtiger als geld und besitz, das kann geld und besitz herbeischaffen.

das richtige leben, das sich äußern darf, wenn es gefragt wird, das richtige leben ist das leben nach der arbeit. für brigitte ist leben und arbeit wie tag und nacht. hier wird also mehr von der freizeit die rede sein.

heinz heißt in diesem speziellen fall das leben. das richtige leben heißt nicht nur heinz, es ist es auch.

außer heinz gibt es nichts. etwas, das besser ist als heinz, ist für brigitte absolut unerreichbar, etwas, das schlechter ist als heinz, will brigitte nicht haben. brigitte wehrt sich verzweifelt mit händen und füßen gegen den abstieg, der abstieg, das ist der verlust von heinz.

brigitte weiß aber auch, dass es keinen aufstieg für sie gibt, es gibt nur heinz oder etwas schlechteres als heinz oder büstenhalternähen bis ans lebensende. Büstenhalternähen ohne heinz bedeutet jetzt schon lebensende.

es ist absolut dem zufall überlassen, ob brigitte lebt, mit heinz, oder dem leben entkommt und verkommt.

es gibt keine gesetzmäßigkeiten dafür. das schicksal entscheidet über das schicksal von brigitte. nicht was sie macht und ist, zählt, sondern heinz und was er macht und ist, das zählt.

brigitte und heinz haben keine geschichte. brigitte und heinz haben nur eine arbeit. heinz soll die geschichte von brigitte werden, er soll ihr ein eigenes leben machen, dann soll er ihr ein kind machen, dessen zukunft wiederum von heinz und seinem beruf geprägt sein wird.

die geschichte von b. und h. Ist nicht etwas, das wird, sie ist etwas, das plötzlich da ist (blitz) und liebe heißt.

die liebe kommt von der seite von brigitte. sie muss heinz davon überzeugen, dass die liebe auch von seiner seite her kommt. er muss erkennen lernen, dass es für ihn ebenfalls keine zukunft ohne brigitte geben kann. es gibt natürlich für heinz schon eine zukunft, und zwar als elektroinstallateur. das kann er haben, auch ohne brigitte. elektrische leitungen kann man legen, ohne dass b. überhaupt vorhanden ist. ja sogar leben! und bowling oder kegeln gehen kann man ohne brigitte.

brigitte hat jedoch eine aufgabe.

sie muss heinz ständig klar machen, dass es ohne sie keine zukunft für ihn gibt, das ist eine schwere anstrengung. außerdem muss ausdrücklich verhindert werden, dass heinz vielleicht seine zukunft in jemand andrem sehen könnte, davon später.

das ist eine anstrengende, aber erfolgversprechende situation.

heinz will und wird einmal ein eigener kleiner unternehmer mit einem eigenen kleinen unternehmerbetrieb sein, bzw. werden. heinz wird einmal anschaffen, brigitte bekommt angeschafft. brigitte lässt sich lieber von ihrem eigenen mann in seinem eigenen geschäft, das auch ein wenig ihr eigenes geschäft sein wird, anschaffen.

wenn heinz nur nicht eines tages eine höhere schülerin wie zum beispiel susi kennenlernen wird! wenn heinz nur nicht, um gotteswillen, eines tages glaubt, dass jemand, der besser ist als es brigitte je sein wird, dass so jemand auch für ihn selbst besser ist.

wenn heinz das bessere findet, soll er es wieder auslassen. am besten, er lernt es gar nicht erst kennen, das ist auch sicherer.

wenn brigitte an ihrer nähmaschine sitzt und stretchsticht, schaumgummi und steife spitze unter den fingern fühlt, den modefarbenen neuen hexlein-bh, dann hat sie alpträume wegen jemand, den es noch gar nicht gibt, der aber heinz trotzdem in gestalt von etwas besseren über den weg laufen könnte.

nicht einmal bei der arbeit hat brigitte ihre ruhe.

sogar bei der arbeit muss sie arbeiten.

sie soll bei der arbeit nicht denken, etwas in ihr denkt jedoch ununterbrochen.

brigitte kann aus ihrem eigenen leben nichts besseres machen. das bessere soll vom leben von heinz herkommen. heinz kann brigitte von ihrer nähmaschine befreien, das kann brigitte von selbst nicht.

aber sie hat keine sicherheit dafür, weil das glück ein zufall und nicht ein gesetz oder die logische folge von handlungen ist.

brigitte will ihre Zukunft gemacht bekommen. sie kann sie nicht selber herstellen.

die geschichte, wie die beiden einander kennengelernt haben, ist unwichtig. die beiden selber sind unwichtig. sie sind geradezu symptomatisch für alles, was unwichtig ist.

oft begegnen einander auch studenten und studentinnen, was beinahe identisch ist, bis auf das geschlecht. oft kann man über solche begegnungen aufregende geschichten erzählen.

solche leute haben manchmal sogar eine lange vorgeschichte.

obwohl brigittes vorgeschichte denkbar ungünstig für eine künftige vermögensbildung ist, hat sie dennoch heinz kennengelernt, in dessen händen sich einmal vermögen bilden wird.

brigitte ist die uneheliche tochter einer mutter, die dasselbe näht wie brigitte, nämlich büstenhalter und mieder.

heinz ist der eheliche sohn eines fernfahrers und seiner frau, die zu hause bleiben durfte.

trotz dieses klaffenden unterschiedes haben einander b. und h. kennengelernt.

in diesem speziellen fall bedeutet ein kennenlernen ein entkommenwollen, bzw. ein nicht auskommenlassen und festhalten.

heinz hat etwas gelernt, das ihm einmal die ganze welt öffnen wird, nämlich elektroinstallateur.

brigitte hat niemals irgend etwas gelernt.

heinz ist etwas, brigitte ist nichts, was nicht andre ohne mühe genauso sein könnten. heinz ist unverwechselbar, und man hat heinz auch oftmals nötig, z.b. bei einem leitungsschaden oder wenn man etwas liebe braucht. Brigitte ist austauschbar und unnötig. heinz hat eine zukunft, brigitte hat nicht einmal eine gegenwart.

heinz ist alles für brigitte, die arbeit ist nichts als eine lästige qual für brigitte. ein mensch, der einen liebt, ist alles. ein mensch, der einen liebt und noch dazu jemand ist, das ist das optimum, das brigitte erreichen kann. die arbeit ist nichts, weil brigitte sie schon hat, die liebe ist mehr, weil man sie erst suchen muss.

brigitte hat bereits gefunden: heinz.

heinz fragt sich oft, was brigitte denn vorzuzeigen hat.

heinz spielt oft mit dem Gedanken, jemand andren zu nehmen, der etwas zu bieten hat, wie etwa bargeld oder die räumlichkeiten für ein geeignetes geschäftslokal.

brigitte hat einen körper zu bieten.

außer brigittes körper werden zur gleichen zeit noch viele andre körper auf den markt geworfen. das einzige, was brigitte auf diesem weg positiv zur seite steht, ist die kosmetische industrie. und die textilindustrie. brigitte hat brüste, schenkel, beine, hüften.

das haben andre auch, manchmal sogar von besserer qualität.

brigitte hat eine jugend, die sie auch mit andren teilen muss, etwa mit der fabrik und dem lärm darin und dem überfüllten bus, die fressen an brigittes jugend.

brigitte wird immer älter und immer weniger frau, die konkurrenz wird immer jünger und immer mehr frau.

brigitte sagt zu heinz ich brauche doch einen menschen, der zu mir hält, der für mich da ist, dafür halte ich auch zu ihm und bin immer für ihn da.

heinz sagt, dass er darauf scheißt.

es ist schade, dass brigitte heinz so sehr haßt.

heute zum beispiel kniet brigitte vor der klomuschel im schrebergartenhaus von heinz und dessen eltern auf dem kalten fußboden.

dieser fußboden ist kälter

als die liebe, die heiß ist und heinz heißt.

der fernfahrervater ist abwesend, und brigitte hilft im haushalt, was das einzige ist, womit sie sich beliebt machen kann, das heißt sie putzt freudig mit dem scheißebesen die klomuschel. vor fünf minuten hat sie gesagt, sie macht das ja gern. jetzt macht sie es schon nicht mehr gern. ihr wird ganz schlecht von all der scheiße, die sie im laufe der woche so in einem dreipersonenhaushalt ansammelt.

heinz wird, wenn schon nicht eine sekretärin, höhere schülerin, sekretärin, sekretärin oder sekretärin zur frau bekommen, doch eine frau zur frau bekommen, die eine richtige frau ist, also ordentlich mit dem besen und seinen widrigen begleitumständen umgehen kann.

zu hause hilft brigitte nichts, das hieße kapital und arbeitskraft in ein von vorneherein zum scheitern verurteiltes mit verlust arbeitendes kleinunternehmen zu stecken. aussichtslos. hoffnungslos. brigitte investiert besser, dort, wo etwas herauskommen kann. ein ganzes neues leben.

da brigitte wenig hirn hat, ist der ausgang unsicher.

schließlich haben manager ihr hirn zu hilfe, wenn sie etwas planen. brigitte hat nur ihre finger ausgebildet gekriegt. sonst nichts. aber die mit den dranhängenden armen könnten für drei zupacken, wenn sie mussten. sie müssen. für heinz.

brigitte kriecht der mutti von heinz in den arsch. dort findet sie auch nichts andres als die gleiche scheiße wie in der muschel, die sie gerade schrubbt. aber einmal wird diese hinter mir liegen, dann liegt die zukunft vor mir. nein, wenn die scheiße hinter mir ist, bin ich schon in der zukunft. zuerst muss ich mir einen status erarbeiten, der mich befähigt, überhaupt eine zukunft haben zu DÜRFEN. zukunft ist luxus. allzuviel gibts nicht davon.

diese kleine episode soll nichts weiter zeigen, als dass brigitte arbeiten kann, wenn es sein muss.

und es muss sein.

 

Aufgaben zum Text:

I.

1. Wie lässt sich die künstlerische Methode des Textes bewerten?

2. Erklären Sie die Exposition des Titels.

3. Bestimmen Sie die Themen und Motive des Textes.

4. Wie werden hier traditionelle Motive (Liebe, Eltern und Kinder, Entfremdung) gedeutet?

5. Welche Konflikte (Kollisionen) stehen im Mittelpunkt der Geschehnisse?

6. Ist die Problematik des Erzählten moralisch-ethisch oder sozial? Äußern Sie sich dazu.

7. Analysieren Sie die Komposition des Sujets.

8. Geben Sie den Ibhalt des Textes wieder. 9. Sind die Ideen des Textes Ihrer Meinung nach akzeptabel?

10. Was bezweckt die Autorin mit Montage und Collage als erzähltechnische Kunstgriffe?

11. Charakterisieren Sie die Figuren des Textes und deren Konstellation. 12. Wie tritt im Text die Gestalt der Erzählerin hervor? 13. Ist die Erzählhaltung im Text kritisch oder affirmativ?

14. Mit welchen Gedanken schockiert die Autorin ihre Leser? 15. Kann man manche Äußerungen im Text als Protest gegen soziale Missstände auffassen?

16. Welcherart Pathos überwiegt im Text? (Ironie? Humor? Sarkasmus?)

II.

1. Was denken Sie über die sprachliche Ausgestaltung des Textes? Ist sie typisch modernistisch? 2. Wie schätzen Sie die Rechtschreibung im Text ein?

3. Welchen Eindruck macht auf Sie der Satzbau und der damit zusammenhängende Rhythmus im Text? 4. Welche Arten der Wiederholung bevorzugt die Autorin in ihrem Text? 5. Was bezweckt die Erzählerin mit zahlreichen Aufzählungen verschiedener Art?

6. Gelingt es der Erzählerin durch die Wortwahl soziales Kolorit überzeugend zu gestalten? 7. Steigern die im Text verwendeten Tropen dessen Bildkraft? 8. Führen Sie Beispiele an, aus denen erhellt, dass Tropen wirklich die Aussage- und Bildkraft des Textes in erheblichem Maße intensivieren.

 

 

Nehmen Sie Stellung zur folgenden Aussage des berühmten österreichischen Schriftstellers Robert Musil:

 

Es heißt, die Bücher hätten heute keine Größe und die Schriftsteller vermöchten große nicht mehr zu schreiben. Das mag unbestritten bleiben; aber wie wäre es, den Satz einmal umzukehren und die Annahme zu erproben, die Leser vermöchten nicht mehr zu lesen.

 

II.30. Volker von Törne (1934—1980)

 

Volker von Törne wurde am 14. März 1934 in Quedlinburg als Sohn eines SS-Standartenführers geboren. In Seesen und Gandersheim ging er zur Schule und studierte von 1954 bis 1956 in Braunschweig und ab 1956 das damalige Kombistudium Politik/ Wirtschaft. Er arbeitete eine Zeit lang an der Hochschule für Arbeit, Politik und Wirtschaft in Wilhelmshaven-Rüstersiel. Anschließend arbeitete er drei Jahre als Bauarbeiter.

Seit 1962 lebte er in Berlin, wo er anfangs Redakteur und Mitarbeiter der Zeitschrift „Alternative“ war. Ab 1963 wirkte er als Geschäftsführer der Aktion Sühnezeichen. In dieser Funktion reiste er oft nach Osteuropa und Israel, wo er sich in Vorträgen für Aussöhnung, Verständigung und Frieden einsetzte.

Bisweilen schrieb Voler von Törne unter dem Pseudonym Waldemar Graf. Sein literarischer Nachlass besteht zu einem großen Teil aus engagierter Lyrik, nicht selten waren das Sonette. In diesem Genre offenbarte der Dichter eine große Kunstfertigkeit.

Hier zum Beispiel ein Sonettenkranz von Volker von Törne. Veröffentlicht wurde das Werk nach seinem Tode 1980 in Berlin:

 

ARKADISCHE TAGE







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