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Nachteile der freien Marktwirtschaft



Der wirtschaftlich Schwache ist benachteiligt. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung des 19. Jahrhunderts hatte zur Folge, daß die Reichen immer reicher und die Armen immer armer wurden. Die wirtschaftliche Macht der Großunternehmer wurde zur politischen Macht mit großem Einfluß auf das öffentliche Leben. Ein Überangebot an Arbeitskräften als Folge der Abwanderung der Bauern in die Industriestädte (= Strukturwandel der Wirtschaft) wurde von den Fabrikanten rücksichtslos ausgenutzt. Das Fehlen jeder Gesetzgebung gestattete ihnen die Ausbeutung der Arbeiter.

Monopolbildung schaltet den Wettbewerb aus. Riesige Konzerne kommen zur Marktbeherrschung, durch Absprachen über Produktionsmenge und Preise können sie den Wettbewerb unterdrücken. Schließlich diktieren sie als Monopole Löhne und Preise. Darunter leiden die kleinen und mittleren Unternehmer und die Verbraucher. So kann die freie Marktwirtschaft ihr eigentliches Steuerorgan, den Markt und den Wettbewerb, und damit sich selbst zerstören.

Übung 6.Suchen Sie bitte im Text die Sätze, wo es erstens um die rücksichtslose Ausbeutung der Arbeiter geht und zweitens um die Herrschaft der Monopole über die kleinen und mittleren Unternehmer.

Übung 7. Antworten Sie bitte auf folgende Fragen:

1. Warum bezeichnet man die freie Marktwirtschaft als das kapitalistische Wirtschaftssystem?

2. Was ist das Steuerorgan der Wirtschaft?

3. Werden die Preise der Produkte vom Staat festgelegt?

4. Was ist der Kern der freien Marktwirtschaft?

5. Wie verhält sich der Staat zur Wirtschaft in der freien Marktwirtschaft?

6. Wer bleibt im harten Konkurrenzkampf auf der Strecke?

7. Was beeinflußt die Großunternehmer?

8. Wer1 wird rücksichtslos ausgebeutet und benachteiligt?

Aufgaben zur Diskussion und Meinungsbildung:

1. Markt und Wettbewerb steuern die freie Marktwirtschaft. Erklären Sie bitte wie.

2. Stellen Sie die Vor- und Nachteile der Marktwirtschaft gegenüber und begründen Sie Ihre Stellungnahme.

3. Beschreiben Sie ausführlich das Wesen der freien Marktwirtschaft.

4. Nehmen Sie Stellung zu folgender Behauptung:

Eine unbeschränkt freie Wirtschaft zerstört sich selbst. Überlegen Sie, ob das in Wirklichkeit zustande kommt. Diskutieren Sie darüber.

5. Sprechen Sie bitte über die Arten der Marktwirtschaft. Nutzen Sie dabei folgende Information aus:

Gesichter der Marktwirtschaft
Konsumorientiert USA, Großbritannien, Kanada, Australien Produktions-orientiert Deutschland, Frankreich, Japan, Mexico Familienkapitalismus Taiwan, . Malaysia, Thailand, Indonesien Länder in Transition Volksrepublik China, GUS-Staaten
Eigenschaften:
offene Grenzen, dereguliert, gewinnorientiert Betonung auf Produktion und Beschäftigung, ordnungspolitischer Rahmen Entwickelt durch chinesische Diaspora, Kapital in Händen einzelner Familien Regierung fördert Übergang zu Marktwirtschaft, die Unternehmerschaft wächst
Potentielle Probleme:
Große Einkommensunterschiede, niedrige Sparraten, schwache Zentralregierungen Aufrechterhaltung des sozialen Sicherungssystems in bisherigem Umfang, verlangsamte Innovationstätigkeit Schaffung moderner Unternehmensstrukturen und Finanzmärkte Investitionsund Rechtssicherheit, Einbindung in multilaterale Vereinbarungen, Wirtschaftskriminalität

ZENTRALVERWALTUNGSWiRTSCHAFT

Übung 1. Merken Sie sich bitte folgende Lexik, übersetzen Sie ins Russische naxhstehende Wörter, Wortgruppen und Sätze:

1) das Plansoll (nur Sing.) — плановое задание

die Planung, die Planwirtschaft, laut Plan zu

erfüllendes Soll.

Das zentral aufgestellte Plansoll ist der Anhaltspunkt

für das wirtschaftliche Handeln bei der Zentralverwal-

tungswirtschaft.

2) die Produktionsmittel(nur Pl.) — средства производства;

die Produktion, die Produktionsfaktoren, Gesamtheit der Hilfsmittel, die für den Produktionsprozeß notwendig sind. Karl Marx appellierte daran, Grundbesitz und Produktionsmittel zu verstaatlichen.

3) die Belegschaft— коллектив (завода, производства), рабочий коллектив;

Gesamtheit der Beschäftigten in einem Betrieb. Die Belegschaft versammelte sich in der Kantine. Prämien sollen der Betriebsleitung und der Belegschaft anstelle von Gewinnen bezahlt werden.

4) der Arbeitgeber— работодатель, хозяин;

der Arbeitnehmer, der Arbeitgeberverband, die

Arbeitnehmerorganisation, das Arbeitsamt.

Der Arbekgeber ist Person oder Betrieb, der die

Arbeitskräfte beschäftigt.

Der Arbeitgeberverband ist Interessenverband von

Arbeitgebern.

5) der Anreiz(-e) — стимул, заинтересованность; anreizen, den Anreiz zu etw. geben.

Der Anreiz erregt die Interessen, motiviert den Menschen etwas zu tun. Als Anreiz dienen Prämien bei der Zentralverwaltungswirtschaft.

6) derAngestellte (-n) — служащий;

ein hoher Angestellter, der kaufmännische Angestellte, die Arbeiter und Angestellten unserer Firma, die Angestelltenversicherung, die Sozialversicherung für Angestellte.

Anstelle von Unternehmern leiten Angestellte des Staates (z. B. Direktoren) die Betriebe.

7) abstimmen— 1. согласовать, приводить в соответствие; 2. настраивать; 3. голосовать;

die Abstimmung, durch Handaufheben abstimmen. Ich habe mich in dieser Frage darüber mit meinem Partner abgestimmt. In der zentralen Planwirtschaft tut der Plan das, was in der Marktwirtschaft durch den Preis abgestimmt wird.

8) der Mißstand — недостаток, неисправность; schlimmer Mißstand, soziale Mißstände, einen Mißstand anprangern, beseitigen.

Mißstände in der Verwaltung wurden aufgedeckt. Die Zentralverwaltungswirtschaft verhindert die Mißstände des kapitalistischen Wirtschaftssystems.

9) die Ungerechtigkeit (-en)— несправедливость; ungerecht, nicht gerecht, das Gerechtigkeitsgefühl. Das Urteil (die Strafe) ist ungerecht.

So eine himmelschreiende Ungerechtigkeit! Von den sozialen Ungerechtigkeiten der Marktwirtschaft sollte eigentlich die Planwirtschaft befreit werden.

10) der Kundendienst(nur Sing.) — обслуживание покупателей, клиентов; ein gut funktionierender Kundendienst, Kauf und

Nutzung von Waren angenehmer machen, den Kundendienst anrufen, Einrichtung, Stelle in einem Geschäft, einer Firma für Kundendienst. Schlechter Kundendienst kommt oft in der Zentralverwaltungswirtschaft vor.

11) dieLieferfrist (-en) — срок поставок, срок исполнения заказа;

liefern, der Lieferant, lieferbar, Frist für die Lieferung einer Ware.

Wir liefern auch an Privatpersonen. Lange Lieferfristen gehören zu den Nachteilen der zentralen Planwirtschaft.

12) die Bevormundung— опека;

bevormunden, für jemanden entscheiden, sich von niemanden bevormunden lassen, obrigkeitliche Bevormundung.

Ich verbiete mir jede Bevormundung. Typisch für dieses Wirtschaftssystem ist staatliche Bevormundung.

13) dieKnechtschaft (-en) — кабала, рабство;

der Knecht, der willenlos Befehlen zu gehorchen hat, ein Volk in die Knechtschaft führen, stürzen. Der Weg von der wirtschaftlichen Bevormundung bringt auch zur politischen Knechtschaft.

14) fördern— ускорять, двигать, поощрять, способствовать;

die Förderung, die Förderung des Nachwuchses, der wissenschaftlichen Forschung; Förderungsmaßnahme; in einem Programm dargelegte Förderungsmaßnahmen. Er hat viele junge Künstler gefördert. Die verschiedenen Industriezweige werden vom Staat unterschiedlich gefördert.

15) zurückdrängen— вытеснять, оттеснять;

wegdrängen, hinter die Sperre zurückdrängen. Die Demonstranten wurden von Polizisten zurückgedrängt.

Er versuchte die Angst zurückzudrängen. Die Produktion der Verbrauchsgüterindustrie wird oft zurückgedrängt.

16) bevorzugen— оказывать предпочтение, преимущество;

den Vorzug geben; Rotwein, ausländische Ware bevorzugen; eine bevorzugte Stellung. Der Lehrer bevorzugte diesen Schüler vor den anderen. Stahlindustrie, Raketen- und Atomtechnik wurden vom Staat bevorzugt.

17) sichern— обеспечивать, гарантировать, охранять; sicher machen; die Tür mit einer Kette sichern. Das Gesetz soll die Rechte der Menschen sichern. Er hat sich durch ein Seil gesichert.

In der zentralen Planwirtschaft können die Stabilität von Wirtschaft und die Vollbeschäftigung für längere Zeit gesichert werden.

18) gefragt sein— пользоваться спросом;

ein gefragter Künstler. Dieser Artikel ist stark gefragt. Die Waren, die kaum gefragt sind, stehen in jeder Menge zur Verfügung.

Übung 2. Sagen Sie bitte das Gegenteil. Kontrollieren Sie sich nach den Schlüsseln (s. S. 117)

1. DerArbeitnehmer

2. Verhindern

3. Die Marktwirtschaft

4. das Privateigentum

5. Anwesend sein

6. Der Produzent

7. Die Einfuhr

8. Das Angebot

9. Der Vorteil lO.Die Freiheit

Übung3. Übersetzen Sie bitte folgende Sätze, achten Sie dabei auf erweiterte Attribute:

1. Die im Hauptwerk von Karl Marx "Das Kapital" erhobene Forderung nach Sozialisierang (= Verstaatlichung) des Grundbesitzes und der Produktionsmittel wurde Grundlage jener sich als Gegenströmung zur freien Marktwirtschaft des kapitalistischen Systems gebildeten Wirtschaftsordnung.

2. Der Anhaltspunkt für das wirtschaftliche Handeln ist nicht der Markt, sondern das von einer zentralen staatlichen Behörde aufgestellte Plansoll.

3. Die nicht von einer Vielzahl freier Unternehmer getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen werden vom Staat diktiert.

4. Der Staat kann seine auf ganz bestimmte Ziele konzentrierten Anstrengungen auf ganz bestimmte Gebiete lenken und auf diesen Gebieten außerordentliche Fortschritte und Leistungen erzielen.

5. Häufig fehlen die dringend gebrauchten Waren, und die überhaupt kaum gefragten Waren stehen in jeder Menge zur Verfügung.

Übung 4.

a) Machen Sie sich bitte mit dem Inhalt des Dialogs "In der

Prüfung" bekannt, b), Suchen Sie Sätze, wo das Wesen der Zentralverwaltungswirt-

schaft erläutert wird.

c) Lesen Sie paarweise den 1. Teil des Dialogs vor. Der dritte Student spielt die Rolle des Dolmetschers.

d) Geben Sie den 2. Teil des Dialogs in Rollen wieder.

 

In der Prüfung 1. Teil

Professor: Na, ja, junger Mann. Ihre Zeit für die Vorbereitung ist schon um. Sind Sie schon fertig? Kommen Sie bitte her!

Student: Ja, Herr Professor. Ich glaube, ich kann alle Fragen der Prüfungskarte beantworten.

Pr.:Die 1.Frage lautet: Was ist das Wesen der Zentralver-waltungswirtschaft? Nun bitte ich bin ganz Ohr.

St.: Dieses Wirtschaftssystem hatte das Ziel der völligen Enteignung (экспроприация) privatwirtschaftlicher Betriebe, um die Form staatlicher oder genossenschaftlicher Produktion durchzuführen, selbstverständlich mit zentraler Planung und Leitung.

Pr.: Völlig mit Ihnen einverstanden! Und was können Sie vom Abweichen der vorgegebenen Plandaten von den tatsächlichen Daten sagen?

St.: In diesemAbweichen liegt ein großes Risiko. Dieses Risiko, das hier die Gesamtwirtschaft trägt, ist mit dem Absatzrisiko des einzelnen Unternehmens in der Marktwirtschaft nicht zu vergleichen. Der Verbrauch wird zentralgelenkt, und der Grundsatz wirtschaftlichen Handelns ist das Bedarfsdeckungsprinzip.

2. Teil

Pr.: Unter welchen Voraussetzungen ist die Zentralverwal-tungswirtschaft funktionsfähig?

St.: Der Wirtschaftsplan wird ja von einer staatlichen Behörde aufgestellt. Dieser Plan lenkt die Wirtschaft insgesamt, und die einzelnen Wirtschaftseinheiten müssen sich den Planzielen unterordnen. Nur unter solchen Bedingungen funktioniert dieses Wirtschaftssystem.

Pr.: Und die letzte Frage an Sie. Manche Kritiker der Zentral Verwaltungswirtschaft sehen eine Unvereinbarkeit

(несовместимость) zwischen dem Kollektivprinzip und der Verwirklichung der Demokratie. Wie ist Ihre Auffassung?

St.: Ich stimme der Meinung dieser Kritiker völlig zu. Das Gemeinschaftsprinzip herrscht hier als tragende Idee. Alle Produktionsmittel sind in der Hand des Staates, und die einzelnen Personen müssen entsprechend den zentralgeplanten Entscheidungen handeln. Der Mensch muß sich zum Befehlsempfänger degradiert fühlen, der dem Willen anderer unterworfen ist.

Pr.: Vielen Dank! Ich bin mit Ihren Antworten zufrieden, und Sie haben di& Note "sehr gut" verdient.

St.: Herzlichen Dank.

Pr.:Gern geschehen.

Übung 5. Lesen und übersetzen Sie den Text 7:

 

Text 7. DieZentralverwaltungswirtschaft

 

Die sozialen Nachteile des kapitalistischen Wirtschaftssystems im 19. Jahrhundert waren Anlaß, nach neuen Wegen und Ordnungen der Wirtschaft zu suchen. Karl Marx entwickelte in zahlreichen Schriften seine Gedanken zur Änderung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Die in seinem Hauptwerk "Das Kapital" erhobene Forderung nach Sozialisierang (= Verstaatlichung) des Grandbesitzes und der Produktionsmittel wurde Grundlage jener sich als Gegenströmung zur freien Marktwirtschaft des kapitalistischen Systems gebildeten Wirtschaftsordnung.

Wesen der Zentralverwaltungswirtschaft

In der zentralgeplanten Wirtschaft gibt es im Grunde nur ein Wirtschaftsobjekt, den Staat. Er ist die alleinige Instanz, die den Wirtschaftsplan, der Kollektivplan ist, aufstellt. Entsprechend dem Zentral- oder Gesamtplan erhält jeder

Betrieb einen Teilplan zugeteilt. Der Anhaltspunkt für das wirtschaftliche Handeln ist nicht der Markt, sondern das zentral aufgestellte Plansoll. Der Staat ist praktisch alleiniger Produzent und Arbeitgeber. Er bestimmt Art und Umfang der Produktion, setzt Löhne und Preise fest, sowie Einfuhr und Ausfuhr. Es gibt keine Unternehmer wie in der freien Marktwirtschaft. Angestellte des Staates (z. B. Direktoren) leiten die Betriebe.

Anstelle von Gewinnen sollen Prämien für die Betriebsleitung und die Belegschaft als Anreiz dienen.

Die Verbrauchsgüter werden nicht gekauft, sondern vom Staat "verteilt". Während in der Marktwirtschaft der Preis, Angebot und Nachfrage aufeinander abstimmt, tut das in der zentralen Planwirtschaft der Plan. Wirtschaftliche Entscheidungen (z. B. über Art und Umfang der Produktion, Verkauf und Preise) werden nicht von einer Vielzahl freier Unternehmer, sondern von einer zentralen staatlichen Behörde getroffen. Die die Zentralverwaltungswirtschaft bestimmenden drei Voraussetzungen sind Lenkungsfunktion des Staates, verwaltungswirtschaftliche Unterordnung und Kollektiveigentum.

Vorteile der Zentralverwaltungswirtschaft

Die Zentralverwaltungswirtschaft verhindert die Mißstände und soziale Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Rücksichtsloses Gewinnstreben, Erwirtschaftung von Millionenvermögen, Ausnutzung wirtschaftlicher Märkte für politische Zwecke durch einzelne Großunternehmer sind weitgehend ausgeschlossen.

Die Stabilität von Wirtschaft und Währung sowie die Vollbeschäftigung können für längere Zeit gesichert werden. Der Staat kann seine wirtschaftlichen Anstrengungen auf ganz bestimmte Ziele konzentrieren und so auf bestimmten Gebieten außerordentliche Fortschritte und Leistungen erzielen (z. B. Erfolge in der Weltraumfahrt der Ex-UdSSR):

Nachteile der Zentralverwaltungswirtschaft

Der Zentralverwaltungswirtschaft fehlt einer der wichtigsten Antriebe der freien Marktwirtschaft: die Aussicht auf Gewinn. Der Wettbewerb als Motor der Wirtschaft ist ausgeschaltet. Mangelhafte Qualität der produzierten Güter, schlechter Kundendienst und lange Lieferfristen sind oft die Folgen. Einheitsware wird zu den vom Staat diktierten Einheitspreisen angeboten. Der Verbraucher hat nur die Wahl, die staatlich hergestellten Güter zu kaufen oder ganz auf den Kauf zu verzichten. Die Praxis beweist ständig, daß die Güterversorgung in diesem Wirtschaftssystem schlechter ist als in der Marktwirtschaftsordnung. Die Löhne werden nicht zwischen gleichberechtigten Tarifpartnern ausgehandelt, sondern ebenfalls vom Staat diktiert.

Menge und Art der Produktion werden nicht durch die Nachfrage der Verbraucher bestimmt, sondern von der staatlichen Plannungsbehörde im voraus festgelegt. Die Bedürfnisse der Verbraucher werden dabei nicht vorausberücksichtigt.

Deshalb kommt es oft dazu, daß die Waren, die dringend gebraucht werden, fehlen, andere Waren, die kaum gefragt sind, stehen in jeder Menge zur Verfügung. Der Verbraucher kann oft nicht kaufen, was er gern möchte, sondern muß kaufen, was gerade da ist.

In der Zentralverwaltungswirtschaft ist der Mensch hilflos dem Staat ausgeliefert. Der Weg von der wirtschaftlichen Bevormundung führt auch zur politischen Knechtschaft.

Zur Durchführung dieser Wirtschaft ist ein riesiger Verwaltungsapparat mit viel Personal notwendig. Dadurch entstehen hohe Kosten, die sich in den Preisen niederschlagen.

Die verschiedenen Zweige der Volkswirtschaft werden vom Staat unterschiedlich gefördert. Häufig wird die Produktion in der Verbrauchsgüterindustrie (z. B. Fernsehgeräte, Autos, Waschmaschinen und elektrische Haushaltsgeräte) zurück-

. gedrängt und die Schwer- und Rüstungsindustrie (z. B. Stahlindustrie, Raketen- und Atomtechnik) vom Staat bevorzugt.

Übung 6. Sprechen Sie über 2 Wirtschaftssysteme nach folgender Tabelle:

MarktwirtschaftPlanwirtschaft

Marktwirtschaft Staatliche Planwirtschaft
Viele Wirtschaftssubjekte (Anbieter und Nachfrager) 1 Wirtschaftssubjekt (Staat)
Einzelpläne der Wirtschaftssubjekte Zentralplan (= Gesetz)
Markt-Angebot und Nachfrage-Wettbewerb Verwaltung und Kontrolle
Koordinierte Wirtschaft gesteuert durch freie Preisbildung am Markt Einzel- (= Teil-) Pläne der Wirtschaftszweige und Betriebe, abgeleitet vom Zentraiplan
Keine Wirtschaftsobjekte, Viele Wirtschaftsobjekte (Bevölkerung = Planfaktor)

Übung 7. Suchen Sie bitte im Text die Sätze, wo es um Aufgaben des Staates in der Zentralverwaltungswirtschaft geht;

— wo die Rede von den 3 Voraussetzungen der staatlichen Planwirtschaft ist;

— wo es sich um die Spitzenleistungen der Ex-UdSSR handelt.

Übung 8. Antworten Sie bitte auf folgende Fragen:

1. In welchem Werk wurde die Idee der Sozialisierung entwickelt?

2. Worin besteht das Wesen der Zentralverwaltungswirtschaft?

3. Unter welchen Voraussetzungen funktioniert die

staatliche Planwirtschaft?

4. Wie wird die Arbeitsproduktivität in der Zentralverwaltungswirtschaft gefördert?

5. Was gehört zu den Vorteilen dieses Wirtschaftssystems?

6. Wie sind die Nachteile der staatlichen Planwirtschaft?

7. Wodurch entstehen hohe Kosten der Zentralverwaltungswirtschaft?

 

Aufgaben zur Diskussion und Meinungsbildung:

1. Eine Zentralverwaltungswirtschaft kann eine gerechte Güterverteilung bewirken. Begründen Sie Ihre positive oder negative Antwort.

2. Wie stehen Sie zu der Ansicht, die staatliche Planwirtschaft sei frei von Konjunkturen und Krisen.

3. Der Ausdruck "Planwirtschaft" ist für eine Zentralverwaltungswirtschaft falsch. Bestätigen oder verneinen Sie diese Ansicht.

4. Der Grundsatz der verwaltungswirtschaftlichen Unterordnung bedeutet auch gleichzeitig den Verzicht des Individuums auf persönliche Freiheit. Beweisen Sie und begründen Sie den Wahrheitsgehalt dieser Feststellung anhand mindestens einiger Beispiele aus dem täglichen Wirtschaftsleben.

 

VON DER PLANWIRTSCHAFT ZUR MARKTWIRTSCHAFT

Übung 1.Merken Sie sich bitte folgende Lexik, übersetzen Sie ins Russische nachstehende Wörter, Wortgruppen und Sätze:

1) die Anstalt (~en)— учреждение, заведение;

2) die Treuhand— юр. управление чужим имуществом по поручению доверителя; опека;

die Treuhandanstalt. Die Bundesregierung hat die Treuhandanstalt gegründet. Die Aufgabe der Treuhandanstalt war, Ostdeutschland von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft zu überfuhren.

3) dieBedingung (-en) — условие;

die Startbedingungen. Die Startbedingungen der Überführung Ostdeutschlands von der Plan- zur Marktwirtschaft waren ungünstig.

4) abkoppeln— разъединять, выключать;

Die DDR-Planwirtschaft war von der Weltwirtschaft abgekoppelt.

5) zuTage (= in Erscheinung) treten— проявляться, обнаруживаться;

6) fähig— способный, даровитый, талантливый; konkurrenzfähig; die Fähigkeit; die Wettbewerbsfähigkeit. Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Planwirtschaft trat deutlich zu Tage.

7) der Durchschnitt (-e)1.разрез; 2. сечение; среднее (число);

im Durchschnitt; durchschnittlich; durchschnittliche Arbeitsproduktivität. Im Durchschnitt war die Arbeitsproduktivität in der DDR niedriger als in Westdeutschland.

8) der Mittelstand— среднее сословие (класс общества); mittelständisch. Weg frei für einen wettbewerbsfähigen Mittelstand! Mittelständische Struktur war in Ostdeutschland nicht vorhanden.

9) (sich) behaupten— утверждать(ся);

die Behauptung. Seine Behauptung erwies sich als falsch.

10) überleben — пережить, выжить;

das Überleben. Zuerst ging es um das Überleben der Betriebe.

11) einen Überblick über + Akk. erhalten (haben)— получить (иметь) представление о чем-л;

Zuerst muß man einen Überblick über die Wettbewerbsfähigkeiten der Betriebe erhalten.

12) dieAufsicht (-en) — надзор, контроль;

der Aufsichtsrat (-e); unter Aufsicht + Gen. stehen. Die Arbeit der Treuhandanstalt stand unter Aufsicht der Bundesregierung. Es wurden fähige Manager und Aufsichtsräte gebraucht.

13) ausstatten mit + Dat. — снабжать, оборудовать чём-л.; die Ausstattung mit neuen Geräten.

14) entflechten1)расплетать; 2) распутывать; З) эк. декартелизировать;

die Entflechtung; die großen Unternehmen entflechten.

15) beitragen zu + Dat.— способствовать чему-л.; Die Entflechtung der großen Unternehmen hat wesentlich zur Herausbildung einer mittelständischen Struktur in Ostdeutschland beigetragen.

16) versorgen mit + Dat.— снабжать чём-л.; Gas-, Wasser- undStromversorgung.

17) die Lebensmittel (pl.) — продовольствие, продукты питания;

Lebensmittelerzeugung; Lebensmittelindustrie; Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln.

18) der Einzelnhandel — розничная торговля;

der Einzelhändler; das Einzelhandelsgeschäft; der Einzelhandelsumsatz; staatliche Einzelhandelsorga-nisation.

Die vorhandene staatliche Einzelhandelsorganisation hatte keine Überlebenschance mehr.

19) ehemalig — прежний, бывший;

die ehemalige DDR; die ehemaligen volkseigenen Güter.

20) die Einrichtung (-en) — 1) устройство, организация; оборудование (действие); учреждение; staatliche (gesellschaftliche) Einrichtung; kulturelle Einrichtungen; kommunale Einrichtungen.

21) das Vermögen — имущество, состояние; unbewegliches Vermögen; ein Vermögen machen; Vermögen der Massenorganisationen.

22) die Sanierung (-en) — санация, оздоровление;

die Sanierung der Wirtschaft; die Sanierung der Betriebe.

23) stillegen — свертывать, (временно) останавливать работу (предприятия) консервировать (строительство и т. п.), закрывать (фабрику и т. п.);

die Stillegung. Die Fabrik ist stillgelegt.

24) einstellen — 1. вставлять, ставить, устанавливать; 2. принимать на работу; 3. настраивать; 4. ориентировать; 5. прекращать;

einen Rekord einstellen; den Radioempfänger einstellen; die Propaganda auf die Massen einstellen; die Arbeit einstellen; die Zahlungen einstellen.

Die Treuhandanstalt hat ihre Tätigkeit Ende 1994 eingestellt.

Übung 2. Achten Sie bitte auf das richtige Lesen und Übersetzung folgender Vokabeln:

1) das Niveau [ni'vo:] — уровень

2) die Chance ['∫a:sə] — шанс

Übersetzen Sie bitte folgendes:

das Entwicklungsniveau der Wirtschaft; ein durchschnittliches Niveau; das Niveau des Lebensstandars. Er hat ein hohes geistiges Niveau; die Marktchance. Geben Sie mir eine Chance. Wie stehen die Chancen? Er hat seine Chance verspielt.

Übung 3. Sagen Sie bitte dassalbe anders, kontrollieren Sie sich dabei

(s. S. 118)

1) die Kulturanstalt;

2) die Zentralverwaltungswirtschaft;

3) Die Anfangsbedingungen waren ungünstig.

4) Dieser Betrieb ist wettbewerbsfähig.

5) Schulen und Hochschulen sind Bildungseinrichtungen.

6) Die Treuhandanstalt hat ihre Tätigkeit Ende 1994

beendet.

7) Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Planwirtschaft tritt deutlich in Erscheinung.

Übung 4,

a) Machen Sie sich bitte mit dem Inhalt des Gesprächs zwischen einem deutschen Professor und zwei Studenten bekannt.

b) Lesen Sie rollenweise folgendes Gespräch vor. Der dritte Student spielt die Rolle des Dolmetschers.

c) Wie würden Sie die Frage über das Leitmotiv der deutschen Privatisierung beantworten?

A.: Verzeihung! Dürfen wir Sie stören?

Prof.: Aber bitte! Ich hab' jetzt frei.

В.: Wir haben eben Ihre Vorlesung über Umstellung der Planwirtschaft in die Marktwirtschaft gehört und leider nicht alles verstanden.

Prof.: Ich stehe Ihnen zur Verfügung. Brauchen Sie meine Hilfe?

A.: Und ob! Können Sie uns zuerst erklären, was eine

Treuhandanstalt ist.

Prof.: Natürlich kann ich. Die Treuhandanstalt war eine spezielle Anstalt, die für die Umstellung der Planwirtschaft in die soziale Marktwirtschaft in Ostdeutschland zuständig war.

A.: Warum sagen Sie "war", vielleicht "ist"? Prof.: Genauer gesagt, "war", weil es diese Anstalt schon nicht mehr gibt. Die Treuhandanstalt hat ihre Tätigkeit eingestellt. В.: Warum?

Prof.: Weil sie ihre Aufgabe erfolgreich erfüllt hat. В.: Wie ist das zu verstehen? Ist die ostdeutsche Wirtschaft in die Marktwirtschaft umgestellt? Oder ..? Prof.: Ja, und kein Oder. Die Treuhandanstalt hat zum Aufbau der Marktwirtschaft in den ostdeutschen Bundesländern beigetragen.

В.: Und wie lange hat die Umstellung gedauert? Prof.: Nicht lange, muß ich sagen, viereinhalb Jahre. Mitte

1990 begonnen und Ende 1994 beendet. A.: Wie schnell! War das eine gpoße Anstalt? Wieviel Mitarbeiter zählte sie?

Prof.: Schwer zu sagen. Sie war zuerst selbst noch im Aufbau, später permanent im Umbau und dann schließlich mit der zunehmenden Erledigung ihrer Aufgaben im Abbau. Ende 1993, auf dem Höhepunkt ihrer Arbeit, zählte die Treuhandanstalt mehr als 4800 Mitarbeiter.

В.: Sagen Sie bitte! Wie ist es dieser Anstalt gelungen, so schnell im Laufe von nur viereinhalb Jahren Ostdeutschland in die Marktwirtschaft zu überführen? Was war ihr Leitmotiv?

Prof.: Das Motto, ihr Leitmotiv oder ihre Leitidee war: Schnelle Privatisierung, entschlossene Sanierung und behutsame Stillegung.

A.: Das war, glaube ich, nicht leicht.

Prof.: Selbstverständlich nicht leicht, sogar sehr schwer. Sie hat ihre operative Tätigkeit unter Aufsicht der Bundesregierung durchgeführt. Und es hat geklappt.

A.: Danke schön für Ihre Erklärung.

В.: Jetzt sind wir im Bilde, was eine Treuhandanstalt ist. Danke sehr.

Prof.: Gern geschehen. Auf Wiederschauen!

А., В.: Auf Wiedersehen.

Übung5. Lesen Sie bitte den Text 8 (Vorlesung des Professors Bach). Achten Sie dabei auf Besonderheiten der Umstellung von der DDR-Planwirtschaft in die Marktwirtschaft; schreiben Sie diese Sätze aus.

Text 8. Von derPlanwirtschaft zurMarktwirtschaft

Am 17. Juni 1990, noch vor der Wiedervereinigung Deutschlands (am 3. Oktober 1990), wurde die Treuhandanstalt in Westdeutschland gegründet. Bei ihrer Gründung wurden ihr fast alle Eigentümeraufgaben für die Staatswirtschaft der DDR übertragen. Sie hatte eine Aufgabe, die Unternehmen der Zentralverwaltungswirtschaft in die soziale Marktwirtschaft zu überführen.

Dabei waren die Startbedingungen denkbar ungünstig. Nicht nur, daß es kein Vorbild und kein Lehrbuch für die gigantische Aufgabe der Überführung einer ganzen Staatswirtschaft in die Marktwirtschaft gab, sondern die volkseigenen Betriebe der DDR hatten ihre Substanz verzehrt.

Die Treuhandanstalt hat eine Planwirtschaft übernommen, die von der Weltwirtschaft abgekoppelt war.

Nach der Wirtschafts- und Währangsunion zwischen der BRD und-der DDR am 1. Juli 1990, mit der die international nicht.könvertible DDR-Mark durch die harte D-Mark abgelöst wurde, trat die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Planwirtschaft deutlich zu Tage. Die DDR-Betriebe verloren mit einem Schlag sowohl ihren heimischen Markt als auch ihre Exportmärkte im Osten.

Das Ergebnis der DDR-'Planwirtschaft war: Nur acht Prozent der Arbeitsplätze in den von der Treuhandanstalt übernommenen Betrieben waren rentabel; im Durchschnitt lag die Arbeitsproduktivität in der DDR niedriger als 30 Prozent des westdeutschen Niveaus. Die Betriebe und ihre Maschinen waren veraltet; der Energieverbrauch war doppelt so hoch wie in Westdeutschland. Der Mittelstand war aus politischen Gründen vernichtet worden. Die 270 Mammutkombinate, also Großunternehmen mit mehreren zehntausend Mitarbeitern, glichen Dinosauriern des Industriezeitalters und waren auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig.

Die Behauptung der DDR-Regierung, daß die DDR-Volkswirtschaft als zehntgrößte Wirtschaftsmacht der Welt hinstellt, erwies sich als hohle Propaganda. Es ging darum, den Betrieben erst einmal das Überleben zu ermöglichen und dann einen Überblick über den Unternehmensbestand und dessen Marktchancen zu erhalten. Aber es wurde nicht nur Geld, es wurden auch fähige Manager und Aufsichtsräte gebraucht. Gleichzeitig mussten am Markt ausgerichtete Unternehmenskonzepte erarbeitet werden.

Neben der Ausstattung mit Kapital ging es darum, die grossen Unternehmen zu entflechten und den dadurch entstehenden neuen Firmen die Chance zu geben, sich selbständig und unabhängig am Markt zu behaupten. Diese Entflechtung hat wesentlich zur Herausbildung einer zuvor gar nicht vorhandenen mittelständischen Struktur in Ostdeutschland beigetragen.

Eine weitere Aufgabe, die keinen Aufschub duldete, war die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs. Die vorhandene staatliche Einzelhandelsorganisation hatte keine Überlebenschance mehr, als große westdeutsche Supermärkte und Filialbetriebe auf den Markt drängten und der ostdeutschen Bevölkerung das ganze Angebot des Weltmarktes boten. Die Treuhandgesellschaft reagierte darauf mit der Gründung einer speziellen Gesellschaft zur Privatisierung des Handels, denn rund 30 000 Ladengeschäfte, Großhandlungen, Gaststätten und Hotels mußten rasch an private Eigentümer überführt werden.

Im September 1990 wurden der Treuhandanstalt die ehemaligen volkseigenen Güter, die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und Forstbetriebe mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche sowie einer Waldfläche von ' insgesamt 3, 5 Millionen Hektar übertragen. Auch wurde sie zuständig für die Verwaltung und Rückübertragung der kommunalen Einrichtungen, von der Schule bis zur Turnhalle, von der Gas-, Wasser- und Stromversorgung bis zur Müllabfuhr, von Kindergärten bis zum öffentlichen Personennahverkehr.

Die Treuhandanstalt wurde Verwalterin des Vermögens der^ Parteien und Massenorganisationen, der ehemaligen DDR-Staatssicherheit und der Nationalen Volksarmee der DDR. Erschwerend kam hinzu, daß die Treuhandanstalt sich selbst noch organisieren mußte.

Mit dieser gigantischen Aufgabenfülle begann im Sommer 1990 die eigentliche Tätigkeit der Treuhandanstalt. Ihr Motto war: Rasche Privatisierung, entschlossene Sanierung und behutsame Stillegung. Nach dieser Leitidee hat die Treuhandanstalt ihren Auftrag erfüllt und Ende 1994 ihre "operative Tätigkeit eingestellt. Im Laufe von nur viereinhalb Jahren ist eine in der gesamten Wirtschaftsgeschichte einmalige Aufgabe erfolgreich beendet worden: die Umstellung

einer kompletten Volkswirtschaft vom System der zentralgelenkten Verwaltungswirtschaft in die soziale Marktwirtschaft. Damit hat die Treuhandanstalt maßgeblich zum Aufbau eines eigenständigen und wettbewerbsfähigen Mittelstandes in den ostdeutschen Bundesländern beigetragen.

Übung 6. Suchen Sie bitte die Antwort im Text auf folgende Fragen: .

1. Welche Besonderheiten der Umstellung der ehemaligen DDR-Planwirtschaft in die soziale Marktwirtschaft können Sie nennen?

2. Warum war es der Treuhandanstalt schwer, die Unternehmen der Planwirtschaft in die soziale Marktwirtschaft zu überführen?

3. Warum erwies sich die Behauptung der DDR-Regierang, daß die DDR-Wirtschaft als zehntgrößte Wirtschaftsmacht der Welt hinstellt, als hohle Propaganda?

4. Was für ein ganz neuer Bevölkerungsstand war in Ostdeutschland entstanden?

5. Wofür war die Treuhandanstalt zuständig?

Aufgaben zur Diskussion und Meinungsbildung

1. Sehen Sie sich bitte das Bild 1, lesen Sie die Information zum Bild und besprechen Sie Altersstruktur des Anlagevermögens in Ostdeutschland während des Wirtschaftsumbaus.

Mit dem wirtschaftlichen Umbau Ost geht es voran — deutlich abzulesen an der Altersstruktur des Anlagevermögens. Alte — zum Teil verrottete — und nicht mehr rentable oder wettbewerbsfähige Anlagen wurden abgebaut und gegen moderne ausgewechselt. Alte Betriebe wurden geschlossen und neue gegründet. Im Jahr 1991 lag der Wert des Anlagevermögens in -Ostdeutschland bei 478 Milliarden DM; davon entfielen 86 Prozent auf alte und 14 Prozent auf neue Anlagen. 1995 war es nahezu umgekehrt. Statistische Angaben: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

2. Sprechen Sie bitte über den Industrie-Aufschwung Ost anhand des Bildes 2 und der untenstehenden Information.

Die ostdeutsche Industrie wächst zweistellig. In den Monaten Januar bis Juli 1994 erhöhte sich die Produktion um durchschnittlich 22 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Einen wahren Boom verzeichnete das Statistische Bundesamt im Bereich Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräte. Hier schnellte die Fertigung um 150 Prozent in die Höhe. Große Zuwachsraten gab es auch beim- Straßenfahrzeugbau (plus 43 Prozent), bei der Glasindustrie (plus 35 Prozent), bei der Papier-und Pappeverarbeitung sowie der feinmechanischen und optischen Industrie (mit jeweils plus 31 Prozent). Ausgehend von einem niedrigen Produktionsniveau nach dem Zusammenbruch des alten Regimes hat sich Ostdeutschland inzwischen zu einer dynamischen Wachstumsregion entwickelt, in der nun auch vom industriellen Sektor wieder kräftige Impulse ausgehen.

Statistische Angaben: Statistisches Bundesamt

3. Beteiligen Sie sich zuerst rollenweise und dann selbständig an folgender Diskussion zum Thema "Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft". Diskussionsleiter: Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben Sie zur Diskussion zum Thema "Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft in Ostdeutschland" eingeladen. Sie haben die Vorlesung des Herrn Professor Bach gehört. Bitte jetzt Ihre Fragen an den Herrn Professor, vielleicht auch nehmen Sie Stellung, sprechen Sie Ihre Meinung zum vorgeschlagenen Thema aus.

Also beginnen wir! Bitte Herr A., Ihre Frage. A.: Sehr geehrter Herr Professor, ich möchte gern wissen, warum die Marktwirtschaft für besser als Planwirtschaft gehalten wird. Die Marktwirtschaft ist doch mit der Privatisierung verbunden, wegen der Privatisierung aber gehen Arbeitsplätze verloren. Prof.: Nicht wegen der Privatisierung, sondern wegen des schlechten Zustandes der Firmen gingen in Ostdeutschland die Arbeitsplätze verloren. Was sich nämlich heute in Arbeitslosigkeit ausdrückt, war zu DDR-Zeiten nichts anderes als versteckte Unterbeschäftigung und mangelnde Produktivität. В.: Können Sie vielleicht ein Beispiel führen? Prof.: Zum Beispiel produzierten vor der Wiedervereinigung in Eisenach 10 000 Beschäftigte 80 000 Autos pro Jahr, acht pro Arbeiter. Jetzt fertigen dort 1800 Beschäftigte 150 000 Autos pro Jahr, 83 pro Arbeiter. Daß sich in der Folge dieser Umstellung Beschäftigungsprobleme ergaben, liegt auf der Hand. Nur: jetzt werden in Ostdeutschland Produkte hergestellt, die auf dem Weltmarkt zu verkaufen sind, zuvor ließ sich nur der Markt der DDR und der mit ihr verbundenen Staaten in Mittel- und Osteuropa bedienen.

С: Soviel ich verstehe, nur durch Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit konnte der Anschluß an den Weltmarkt erreicht werden. Nicht wahr? Prof.: Ganz richtig. Sie haben vollkommen recht. Nur durch Konkurrenzfähigkeit kann man sich an den Weltmarkt anschließen.

В.: Darf ich eine Zwischenbemerkung machen? Diskussionsleiter: Bitte sehr. Sie haben das Wort. В.: Das vom Herrn Professor Bach geführte Beispiel hat uns meiner Meinung nach davon überzeugt, daß die Arbeitslosigkeit mit der Privatisierung steigt. Vergleichen wir die Zahl der Beschäftigten im Autowerk Eisenach: 10 000 in der DDR und 1 800 jetzt, nach der Privatisierung. Die anderen waren doch gekündigt, also sie sind jetzt arbeitslos. Stimmt das? Prof.: Nicht ganz. Wissen Sie, die Aufgabe der Treuhandanstalt war, nicht die Arbeitslosen zu vermehren, sondern erstens konkurrenzfähige Betriebe und zweitens einen neuen, in der DDR völlig vernichteten Mittelstand zu schaffen. Dabei ist es wichtig, daß dieser Mittelstand auch wettbewerbsfähig ist. Also viele der Gekündigten haben ihre eigenen Kleinunternehmen gegründet, oder in neu gegründeten Unternehmen einen Arbeitsplatz gefunden. Die großen Betriebe, die sogenannten Mammutbetriebe, wurden entflechtet und das hat auch zur Herausbildung einer mittelständischen Struktur in Ostdeutschland beigetragen. Kurzum, die mittelständischen Strukturen haben auch viele Arbeitsplätze dem Arbeitsmarkt angeboten. Und dennoch bleibt das Problem der Beschäftigten noch aktuell. Das liegt auf der Hand. Diskussionsleiter: Haben Sie noch Fragen? F.: Wie steht es mit Einkommen der ehemaligen DDR-Betriebe? Können Sie ein paar Worte sagen? Prof.: Die Einnahmen aus der Privatisierung der ehemaligen DDR-Staatsbetriebe belaufen sich auf 73 Milliarden DM.

A.: Man muß viel Geld haben, um den Strukturwandel der Wirtschaft durchzuführen.

Prof.: Ja, das stimmt, für die Umstellung der Planwirtschaft braucht man viel Geld.

F.: Woher hat die Treuhandanstalt Finanzen erhalten?

Prof.: Von der Privatisierung und als Kredite von der Deutschen Bank. Die Einnahmen aus der Privatisierung der ehemaligen Staatsbetriebe 73 Milliarden DM und zusätzliche Kredite von 264 Milliarden DM hat die Treuhandanstalt für die Erfüllung ihrer Aufgaben eingesetzt. Ich meine in Rußland ist auch der Fall, die Umstellung in die Marktwirtschaft ist auch beendet worden. Nicht wahr?

A.: Hier bin ich mit Ihnen nicht einverstanden.

(Bitte setzen Sie jetzt das Streitgespräch zum Thema "Von

der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft in Rußland" fort)





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