Friedensnobelpreise an Organistionen



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Friedensnobelpreise an Organistionen



Der Friedensnobelpreis ist der einzige, der auch an Institutionen vergeben werden kann. Das in Bern beheimatete Internationale Büro für Frieden erhielt den Friedensnobelpreis im Jahre 1910.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wurde gleich drei Mal ausgezeichnet, nämlich 1917, 1944 und 1963, damals zusammen mit der Liga der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften.

Von den in Genf beheimateten anderen internationalen Organisationen erhielt das Internationale Nansen-Büro für Flüchtlinge den Friedenspreis 1938, das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR 1954 und 1981, und die UNO-Arbeitsorganisation ILO 1969.

Ausländische Laureaten mit Schweizer VerbindungEinige weitere Nobelpreis-Laureaten haben Schweizer Wurzeln oder verbrachten prägende Jahre in der Schweiz, so der erste Physik-Nobelpreisträger (1901) Wilhelm Konrad Röntgen, und der Preisträger 1943, Otto Stern, beide aus Deutschland, die an der ETH Zürich wirkten. Alexander Müllers Mit-Preisträger 1987, der Deutsche Georg Bednorz, arbeitete am IBM-Forschungsinstitut Rüschlikon ZH.

1992 erhielt der Franzose Georges Charpak, seit 1959 am CERN in Genf tätig und Ehrendoktor der Universität Genf, den Physik-Nobelpreis. Der Physik-Preisträger von 1933, der Brite Adrien Maurice Dirac, hatte einen Schweizer Vater.

Die Chemie-Nobelpreisträger von 1915 und 1918, die Deutschen Richard Willstätter und Fritz Haber, starben 1942 bzw. 1934 im Schweizer Exil. Peter Debye (NL, 1936) und Richard Kuhn (D, 1938) hatten an der ETH Zürich gearbeitet.

Der australische Medizin-Nobelpreisträger von 1963, John Eccles, lebt seit Jahren im Tessin. Der in Bulgarien geborene Elias Canetti, Literaturnobelpreis 1981, verbrachte mehrere Jahre in Zürich. Der Friedensnobelpreisträger von 2001, UNO-Generalsekretär Kofi Annan, ist Ehrenbürger von Genf.

Japanischer Nobelpreisträger will noch härter arbeiten

 

Der japanische Forscher Shinya Yamanaka bei der Verleihung des "Millenium Technology Prize" in

Helsinki (Archiv).

 

Der Stammzell-Pionier Shinya Yamanaka empfindet die Verleihung des Medizin-Nobelpreises an ihn als «enorme Ehre». Der 50-Jährige hat zusammen mit John Gurdon aus Grossbritannien den Nobelpreis zuerkannt bekommen, wie das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mitteilte.

Stockholm. – Es sei aber auch eine gewaltige Ermutigung für ihn selbst, seine Kollegen und alle Wissenschaftler, die mit iPS-Zellen arbeiten, die Forschungen fortzusetzen, wird Yamanaka in einer Stellungnahme auf der Webseite des Center for iPS Cell Research and Application (CiRA) der Universität Kyoto zitiert. Er werde mit seinen Kollegen härter arbeiten, um effektive Medikamente und neue Therapien zu entwickeln.

Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Franken (8 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Das sind 20 Prozent weniger als in den Jahren zuvor.

 

Die beiden Forscher erhalten den Nobelpreis für die Rückprogrammierung erwachsener Körperzellen in den embryonalen Zustand. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit.

 

Die Grundrechte in der Ukraine

 

Die Ukraine versteht sich nach ihrer Verfassung als „Rechtsstaat“. Das moderne Konzept des Rechtstaates ist wertorientiert und umfasst die Existenz von Grundrechten. Zugleich sichert auch die Rechtstaatlichkeit die Effizienz der grundrechte durch ein umfassendes Rechtsschutzsystem und durch die Normenkontrolle vor dem Verfassungsgericht. In der ukrainischen Verfassung von 1996 wird die zentrale Beachtung den Menschenrechte geschenkt. Beweis dafür ist die umfangreiche Abschnitt II über „Rechte, Freiheiten und Pflichten des menschen“.

 

Die Bedeutung der Richtlinien in der Verfassung wird deutlich, wenn wir die Grundrechte etwas genauer betrachten. Die ersten 68 Artikel der Verfassung enthalten die wichtigsten Grundrechte und Pflichten:

 

Menschenrechte und Freiheiten sind unveräußerlich und unverletzlich. Jede Person hat das Recht auf freie Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Bürger haben gleiche verfassungsmäßige Rechte und Freiheiten und sind vor dem Gesetz gleich.

Es soll keine Privilegien oder Einschränkungen basierend auf Rasse, Hautfarbe, politische, religiöse und andere Überzeugungen, Geschlecht, ethnische und soziale Herkunft, Besitz, Wohnsitz, sprachliche oder andere Merkmale geben.

Die Ukraine garantiert Sorge und Schutz ihrer Bürger auch außerhalb der Landesgrenzen.

Die Pflicht des Staates ist der Schutz des menschlichen Lebens.

Jeder hat das Recht auf Anerkennung seiner Würde.

Jede Person hat das Recht auf Freiheit und die persönliche Unverletzlichkeit.

Die Unverletzlichkeit der Wohnung wird garantiert.

Die Privatsphäre bei Korrespondenz, Telefongesprächen, Telegraphen- und anderer Korrespondenz sollen jeder Person garantiert werden.

Eine Einmischung in die Privatsphäre einer Person oder dessen Familienleben ist außer in den von der Verfassung der Ukraine bestimmten Fällen verboten.

Die Bewegungsfreiheit, freie Wahl des Wohnortes sowie das Recht zum Verlassen der Ukraine werden gewährleistet, sofern keine gesetzlich festgelegten Ausnahmen vorliegen. Ein Bürger der Ukraine darf nicht des Rechts zur jederzeitigen Rückkehr in die Ukraine beraubt werden.

Das Recht auf Gedanken- und Ausdrucksfreiheit sowie das Recht auf Meinungs- und Glaubensfreiheit wird jeder Person garantiert.

Jede Person hat das Recht auf freien Erwerb, Speicherung, Gebrauch und Weitergabe von Informationen in schriftlicher und mündlicher oder anderer von ihm gewählter Form.

Jede Person hat das Recht auf Freiheit des Aussehens und der Religion. Dieses Recht schließt die Freiheit der Religionsausübung wie auch der Nichtausübung der Religion ein sowie das Recht auf unbehinderte Ausübung religiöser Kulte und Rituale ohne jede Behinderung in Gemeinschaft oder allein.

 

Art. 43 Abs. 2 UV

„Der Staat schafft die Bedingungen für die volle Erfüllung des Rechts auf Arbeit der Bürger, garantiert gleiche Möglichkeiten in der Berufswahl und im Arbeitsleben und realisiert die Programme der beruflich-technischen Ausbildung und der Personalausbildung und Weiterbildung gemäß den gesellschaftlichen Bedürfnissen“.

Es ist evident, dass der Staat hier nicht garantieren kann, einer konkreten Person Arbeit zu verschaffen (es sei denn auf einem dem Staat zur Verfü­gung stehenden Arbeitsplatz). In der Regel meint die Verfassung mit einer solchen Garantie nur das Versprechen, durch seine Arbeitspolitik so weit wie möglich für Arbeitsplätze zu sorgen und somit Vollbeschäftigung anzustre­ben. Dies aber ist nur ein „Programm" mit weitem Aktionsrahmen, also nur ein - wenn auch nicht unverbindlicher - Programmsatz. Dass der Staat „Be­dingungen“ zur Realisierung des Rechts schaffen muss, ordnet die Verfas­sung an.

Parlamentspräsidenten der Ukraine

Leonid Krawtschuk

 

Krawtschuk studierte in Kiew Wirtschaftswissenschaften und Politische Ökonomie und arbeitete nach seinem Abschluss 1958 als Lehrer am Czernowitzer Finanztechnikum. Im gleichen Jahr trat er in die KPdSU ein. Seit 1960 war er sieben Jahre als Berater und Dozent in der Propaganda- und Agitationsabteilung des Czernowitzer Oblastkomitees der KPU tätig. Seine Aspirantur absolvierte er an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim Zentralkomitee der Russischen Kommunistischen Partei und kehrte anschließend in leitenden Positionen an die Propagandaabteilung zurück. 1988–1990 stieg er zum Sekretär des ZK auf und wurde Kandidat auf die Mitgliedschaft im Politbüro der KPU.In der Zeit der Loslösung von der Sowjetunion war Krawtschuk Parlamentspräsident – zunächst der Ukrainischen Sowjetrepublik, dann der Ukraine. Am 1. Dezember 1991 wurde er zum ersten Präsidenten der unabhängigen Ukraine gewählt[1] und vier Tage später ins Amt eingeführt. Er hatte das Amt inne, bis er 1994 durch Leonid Kutschma als Nachfolger im Amt abgelöst wurde.Leonid Krawtschuk wurde 1998 Vorstandsmitglied der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei der Ukraine (SDPU(o)). Von 1994 bis 2006 war er Abgeordneter des Ukrainischen Parlaments. Er trat aus der Partei aus, als diese sich 2009 entschloss, sich mit der KPU am Linksbündnis Block linker Kräfte zu beteiligen und den kommunistischen Vorsitzenden als Präsidentschaftskandidat zu unterstützen

Iwan Pljuschtsch.

 

 

Nach Abschluss seiner Ausbildung an der örtlichen Landwirtschaftlichen Hochschule arbeitete Pljuschtsch zunächst als Arbeiter und Sektionsleiter in verschiedenen Sowchosen und Kolchosen der Oblast Tschernihiw, von 1967 bis 1974 auch als Direktor dieser landwirtschaftlichen Betriebe. Von 1975 bis 1977 war er im Apparat der Kommunistischen Partei in der Oblast Kiew tätig.

Von 1977 bis 1979 studierte Pljuschtsch an der Akademie des Zentralkomitees der KPdSU für Sozialwissenschaft in Moskau. Danach setzte er seine Tätigkeit in den Parteiorganen der Kiewer Oblast fort. 1984 wurde er zunächst stellvertretender Vorsitzender und dann Vorsitzender der Oblastverwaltung. 1990 wählte ihn das Parlament der Oblast zu seinem Präsidenten.

Im selben Jahr wurde Pljuschtsch erstmals die Werchowna Rada, das Parlament der bald darauf unabhängigen Ukraine gewählt. Von Dezember 1991 bis Mai 1994, sowie von Februar 2000 bis Mai 2002 war er Parlamentspräsident. 1994 nahm er als Kandidat an der Wahl des Staatspräsidenten der Ukraine teil und erhielt 1,29 % der Stimmen. Er erzielte das zweitschlechteste Ergebnis der insgesamt sieben Kandidaten.

Bei der Parlamentswahl 2006 verfehlte er mit dem nach ihm und dem Politiker Jurij Kostenko benannten Wahlblock mit 1,9 % der Stimmen klar die Drei-Prozent-Hürde.

Im Mai 2007 wurde Iwan Pljuschtsch von Staatspräsident Wiktor Juschtschenko zum Vorsitzenden des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine ernannt. Pljuschtsch interpretierte den Zuständigkeitsbereich des Gremiums sehr großzügig, wodurch dieses zu einem der wichtigsten Instrumente des Staatspräsidenten zur Einflussnahme auf die von seinem politischen Gegner Wiktor Janukowytsch geführte Regierung. Bereits Ende 2007 wurde er in diesem Amt durch Rajisa Bohatyrjowa ersetzt.

Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen 2007 wurde Pljuschtsch als Kandidat des Präsidentenblocks Nascha Ukrajina - Narodna samooborona (NU-NS) erneut ins Parlament gewählt. Hier war er Teil der innerparteilichen Opposition gegen eine Koalition mit dem Blok Juliji Tymoschenko (BJuT), der zweiten westlich orientierten Kraft im Parlament. Pljuschtsch sprach sich für die Bildung einer großen Koalition mit der Partei der Regionen aus und weigerte sich bis zuletzt den Koalitionsvertrag zwischen NU-NS und BJuT zu unterschreiben.

Als einziger Abgeordneter der Fraktionen NU-NS und BJuT nahm Pljuschtsch am 4. Dezember nicht an der Parlamentssitzung teil, in der der NU-NS-Abgeordnete Arsenij Jazenjuk gegen erbitterten Widerstand der übrigen Parteien zum Parlamentspräsidenten gewählt wurde. Pljuschtsch soll zu dieser Zeit gemeinsam mit dem Unternehmer und Politiker der Partei der Regionen Rinat Achmetow ein Spiel des Fußballklubs Schachtar Donezk besucht haben. Schließlich war er - abgesehen von einem erkrankten Abgeordneten - das einzige Mitglied der Fraktionen von BJuT und NU-NS, der bei der Abstimmung am 18. Dezember 2007 nicht für Julija Tymoschenko als neue Premierministerin gestimmt hat. Der Block NU-NS erwägt einen Ausschluss Pluschtschs aus der Fraktion.

Iwan Pljuschtsch ist verheiratet und hat eine Tochter. Er trägt seit 2001 die Auszeichnung Held der Ukraine.

Olexander Moros

Moros entstammt einer kinderreichen Familie aus dem Dorf Buda südlich von Kiew; sein Vater war Schreiner, seine Mutter Kolchosbäuerin. Er schloss 1965 die Landwirtschaftsakademie als Ingenieur/Mechaniker ab. Nach Ableistung seines Militärdienstes 1966 unterrichtete er bis 1974 am Technikum in Taraschtscha im Fachbereich Mechanisierung. 1974 bis 1976 arbeitete er in verschiedenen argrartechnischen Betrieben, 1976 als leitender Ingenieur im Kiewer Silhosptechnika (Сільгосптехніка). Im gleichen Jahr hatte er auch eine erste Parteifunktion in der Kommunistischen Partei der Ukraine (KPU) inne.

Bis 1983 studierte Moros an der Parteihochschule der KPU, die er als Politologe abschloss. In den Folgejahren war er als Gewerkschaftssekretär und in verschiedenen Parteifunktionen - meist in landwirtschaftlichen Arbeitsbereichen - tätig.

Seit 1990 wurde Olexandr Moros viermal als Listenkandidat seiner Partei in die Werchowna Rada gewählt, in den Jahren 1994 bis 1998 als deren Vorsitzender. 1994, 1999 und 2004 nahm er als Kandidat an den Präsidentschaftswahlen teil und kam jeweils auf den dritten Platz, mit 13,04 Prozent, 11,29 Prozent und zuletzt 5,81 Prozent im Jahr 2004. Von 1994 bis 1996 war er außerdem stellvertretender Vorsitzender der Verfassungskommission.

Seit dem 3. August 2004 ist Moros Vorsitzender der Bürgervereinigung Schutz der Kriegskinder (Захист дітей війни).

Moros war jahrelang ein entschiedener Gegner von Präsident Leonid Kutschma; im Jahr 2000 veröffentlichte er Tonbänder, die Kutschmas mutmaßliche Beteiligung am Mord des Journalisten Heorhij Gongadse aufzeigten. Er engagierte sich stets dafür, dem Präsidentenamt zugunsten des Parlaments Macht zu entziehen. 2001 wurde er Sprecher des Bürgerkomitees zum Schutz der Verfassung „Ukraine ohne Kutschma“; im selben Jahr gründete er zusammen mit Wiktor Juschtschenko und Julija Tymoschenko das Forum zur nationalen Rettung (Форум національного порятунку). Während der Proteste nach den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2004, bei denen er im ersten Wahlgang wieder auf den dritten Platz gekommen war, gehörte er zu den Hauptunterstützern Juschtschenkos und der orangen Revolution.

Nach den Parlamentswahlen 2006, bei denen keine Partei eine regierungsfähige Mehrheit erreicht hatte, schloss sich Moros mit seiner Partei SPU zunächst einem Bündnis aus der Präsidentenpartei Unsere Ukraine und dem Block Julija Tymoschenko (BJUT) an. Nach fast vier Monaten stieg er jedoch aus den Verhandlungen aus; als einer der Gründe gilt seine Ablehnung des von Juschtschenko verfolgten Plans eines NATO-Beitritts der Ukraine[1]. Juschtschenko schlug im Anschluss nach einigem Zögern seinen ehemaligen Gegner Wiktor Janukowytsch zum Premierminister vor, der am darauffolgenden Tag vom Parlament bestätigt wurde.

Bei den Parlamentswahlen 2007 scheiterte die SPU an der Drei-Prozent-Hürde, so dass Moros in der neuen Rada kein Mandat innehaben wird. Trotz Rücktrittsforderungen, die kurz nach der Wahlniederlage aus den Reihen seiner Partei an ihn gerichtet wurden, wählte der XIII. Parteitag der SPU ihn im November 2007 erneut zum Parteivorsitzenden.[2] Im Juli 2010 wurde der ukrainische Wirtschaftsminister Wassyl Zuschko, ein Vertrauter von Präsident Wiktor Janukowytsch, zum neuen Vorsitzenden der SPU gewählt.

Olexandr Tkatschenko

Olexandr Mykolajowytsch Tkatschenko (* 7. März 1939 in Schpola, Oblast Tscherkassy) ist ein ukrainischer Politiker. Von 1998 bis 2000 war er Präsident der Werchowna Rada.

Tkatschenko schloss 1963 sein Studium am Landwirtschaftlichen Institut von Bila Zerkwa ab. Zwischen 1963 und 1981 arbeitete er in der Oblast Kiew in der Landwirtschaft und später auch in der Organisation der Kommunistischen Partei. Ab 1981 war er beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Ukraine (KPU) tätig und wurde 1982 zum Gouverneur der Oblast Ternopil ernannt. Ab 1985 war er Landwirtschaftsminister der Ukrainischen Sowjetrepublik.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion blieb Tkatschenko politisch aktiv und trat 1991 und 1999 als Präsidentschaftskandidat an. Bei beiden Wahlen zog er jedoch seine Kandidatur zurück um einen anderen Kandidaten, 1991 Leonid Krawtschuk und 1999 Petro Symonenko, zu unterstützen.

Bereits vor der politischen Wende war Tkatschenko auch Mitglied des ukrainischen Parlaments. Ab 1994 wurde er auch in die Werchowna Rada, die Volksvertretung der nunmehr unabhängigen Ukraine, gewählt. Von Mai 1994 bis April 1998 war er erster Stellvertreter des Parlamentspräsidenten und wurde am 7. Juli 1998 selbst zum Parlamentspräsidenten gewählt. Dieses Amt hatte er bis zum 21. Januar 2000 inne, als er wegen Verletzung der Sitzungsregeln des Parlaments abgesetzt wurde. Bis heute ist er Abgeordneter der KPU. In der zuletzt 2007 gewählten Rada ist er Vorsitzender des Parlamentsausschusses für ökonomische Fragen.

Arsenij Jazenjuk

Arsenij (Arsen) Petrowytsch Jazenjuk (* 22. Mai 1974 in Czernowitz, Ukrainische SSR) ist ein ukrainischer Politiker. Er war von Dezember 2007 bis September 2008 Präsident des ukrainischen Parlaments und zuvor Außenminister seines Landes.

Ausbildung

Jazenjuk studierte von 1991 bis 1996 Rechtswissenschaften an der Universität Czernowitz. Nach dem Abschluss des ersten Studiums folgte ein Fernstudium der Wirtschaftswissenschaften an der Handelshochschule in Czernowitz mit dem Schwerpunkt Unternehmensrechnung und Revision, das er 2001 als Diplom-Ökonom abschloss. Jazenjuk promovierte auch zum candidatus scientiarum (CSc, Kandidat der Wissenschaften) in Wirtschaft.

Tätigkeit in der Finanzwirtschaft

Die ersten Berufserfahrungen sammelte der zukünftige Minister noch während seines ersten Studiums in eigener Rechtsberatung JUREK Ltd., die er zwischen 1992 und 1997 in Czernowitz führte. 1998 kam er nach Kiew in die AT AvalBank (eine der größten ukrainischen Banken, vor kurzem hat die österreichische Raiffeisenbank eine Mehrheitsbeteiligung an der Bank erworben), wo er es bis zum Berater des Vorstandsvorsitzenden schaffte und 2001 für kurze Zeit Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden wurde.

Tätigkeit in öffentlichen Ämtern

Schon im selben Jahr wurde er in die Regierung der Autonomen Republik Krim berufen, wo er zuerst kommissarisch und dann vollständig bis Januar 2003 das Wirtschaftsministerium leitete. Im Januar 2003 wurde er zum Vizepräsidenten der Nationalbank der Ukraine (NBU) ernannt. Zwischen Juli und Dezember 2004 übte er kommissarisch wegen der Beurlaubung des seinerzeitigen Präsidenten der Bank Serhij Tihipko, der nun den Wahlstab von Wiktor Janukowytsch während der Präsidentschaftswahlen in der Ukraine 2004 leitete, seine Pflichten aus. Damit entfiel die kommissarische Ausübung der Geschäften des Notenbankchefs durch ihn in eine sehr instabile Zeit, als es infolge der Wahlfälschungen während der Präsidentschaftswahl zu Massenprotesten und auch zu einem kurzzeitigen Ansturm auf die Banken kam.

Am 9. März 2005 ernannte der neu gewählte Präsident Wiktor Juschtschenko Jazenjuk zum Vizegouverneur in der Oblast Odessa.

Nach der Entlassung der Regierung von Julija Tymoschenko wurde Arsenij Jazenjuk am 27. September 2005 zum Wirtschaftsminister der Ukraine ernannt. Den Berichten zufolge haben bei der Entscheidung von Präsident Juschtschenko, der nun selbst Präsident der Nationalbank war, den nach eigenen Angaben parteineutralen Fachmann in das Wirtschaftsressort zu berufen, nicht die letzte Rolle seine Handlungen als kommissarischer Notenbankchef während der instabilen Situation Ende 2004 gespielt.

Am 21. März 2007 wurde Jazenjuk vom ukrainischen Parlament auf Vorschlag Präsident Juschtschenkos zum Außenminister gewählt.[1] Seiner Wahl ging ein monatelanges Tauziehen um die Besetzung des Außenministerpostens voraus, in dem die vom Präsidenten vorgeschlagenen Kandidaten Borys Tarasjuk und Wolodymyr Ohrysko nacheinander im Parlament durchfielen.

Nach den Parlamentswahlen 2007 wurde er von den westlich orientierten Parteien NU-NS und BJuT als Kandidat für den Posten des Parlamentspräsidenten vorgeschlagen[2] und auf der Parlamentssitzung vom 4. Dezember 2007 gewählt. Vor Verkündung des Abstimmungsergebnisses verließen die Abgeordneten der Partei der Regionen und der Kommunisten den Plenarsaal. Sie protestierten damit gegen einen Verstoß gegen das Wahlgeheimnis, den sie NU-NS und BJuT vorwerfen.[3]

Im Januar 2008 löste Jazenjuk eine politische Krise aus als bekannt wurde, dass er gemeinsam mit Staatspräsident Juschtschenko und Ministerpräsidentin Tymoschenko einen Brief an die NATO unterschrieben hatte, in dem um eine Aufnahme der Ukraine in den offiziellen Beitrittsprozess auf dem anstehenden NATO-Gipfel in Bukarest gebeten wurde. Die Oppositionsparteien sahen dies als dem Amt des Parlamentspräsidenten unangemessene politische Stellungnahme. Sie forderten Jazenjuk auf, seine Unterschrift offiziell zurückzuziehen und verhinderten durch eine Blockade des Parlamentspräsidiums im Sitzungssaal die Arbeit der Werchowna Rada. Nach der Weigerung Jazenjuks seine Unterschrift zu widerrufen, wurden Rücktrittsforderungen laut.[4][5]

Nach dem Scheitern der Regierungskoalition aus NU-NS und BJuT erklärte Jazenjuk am 17. September 2008 seinen Rücktritt vom Amt des Parlamentspräsidenten und begründete dies damit, dass die Voraussetzungen für eine Ausübung des Amtes aus seiner persönlichen Sicht nun nicht mehr gegeben seien. Beobachter vermuteten, Jazenjuk wolle sich auf die wahrscheinlich bevorstehenden Neuwahlen vorbereiten und sei aus diesem Grund zurückgetreten.[6] Im Oktober des Jahres erklärte Jazenjuk zunächst, er habe nicht die Absicht mit einer eigenen Gruppierung zu den Wahlen anzutreten.[7] Die Tätigkeit als Parlamentspräsident legte er jedoch erst nieder als er im November von einer Mehrheit der Abgeordneten - im Wesentlichen nur gegen die Stimmen des BJuT - abgewählt wurde.[8] Danach gründete Jazenjuk seine eigene politische Bewegung "Front Smin" (deutsch Front der Veränderungen).

Im Mai 2009 erreichte Jazenjuk das nötige Mindestalter (35 Jahre) für eine Kandidatur für den Posten des Staatspräsidenten. Er kündigte an, bei den Präsidentschaftswahlen im Januar 2010 antreten zu wollen.[9] Umfragen in der ersten Jahreshälfte 2009 zufolge gehört Jazenjuk neben Julija Tymoschenko und Wiktor Janukowytsch zu den drei aussichtsreichsten Anwärtern auf das Amt des ukrainischen Staatsoberhauptes.[10] Das Wahlergebnis war aber enttäuschend. Mit nur 6,69 Prozent der Wählerstimmen gelangte Jazenjuk nicht in die Stichwahlen.

Arsenij Jazenjuk ist Verfasser eines Lehrbuches zur Bankenaufsicht für Wirtschaftsstudenten und spricht fließend Englisch. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Jazenjuk ist Katholik, er gehört der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche an.

Wolodymyr Lytwyn

Wolodymyr Lytwyn (* 28. April 1956 in Sloboda Romaniwska, Oblast Schytomyr) ist ein ukrainischer Politiker und seit dem 9. Dezember 2008 zum zweiten Mal Präsident des ukrainischen Parlaments.

Wolodymyr Lytwyn beendete im Jahr 1978 sein Studium an der Historischen Fakultät der Staatlichen Kiewer Universität. Danach blieb er bis 1986 als Dozent an der Universität. Von 1986 bis 1989 arbeitete er im Bildungsministerium der Ukrainischen SSR und war danach im Apparat des Zentralkomitees der ukrainischen Kommunisten tätig. 1991 kehrte er an die Universität zurück, wo er bis 1994 lehrte, um danach seine politische Karriere in der nunmehr unabhängigen Ukraine zu beginnen.

Lytwyn war zunächst ab August 1994 Assistent des frisch gewählten Staatspräsidenten Leonid Kutschma und stieg im November 1995 zum stellvertretenden Chef des Präsidialamtes auf. Ab 1999 leitete er das Präsidialamt.[1]

Medienberichten zufolge soll Lytwyn als damaliger Chef des Präsidialamtes in die Entführung und Ermordung des Journalisten Heorhij Gongadse im Jahr 2000 verwickelt gewesen sein, wobei es nie zu einer gerichtlichen Verurteilung kam.[2]

Bei den Parlamentswahlen 2002 wurde Lytwyn in die Werchowna Rada, das ukrainische Parlament gewählt. Er kandidierte auf der Liste des Wahlbündnisses Sa Jedinu Ukrajinu („Für eine geeinte Ukraine“), an dem auch die Partei der Regionen beteiligt war. Lytwyn wurde danach zum Parlamentspräsidenten gewählt und hatte dieses Amt bis zu den Parlamentswahlen 2006 inne, so auch während der so genannten „Orangen Revolution“. 2004 wurde er Vorsitzender der Narodna Partija. Bei den Wahlen 2006 scheiterte sein Wahlbündnis Narodnyj Blok Lytwyna („Volksblock Lytwyn“) an der Drei-Prozent-Hürde.

Bei den Parlamentswahlen 2007 schaffte das Bündnis, das nunmehr den Namen „Block Lytwyn“ trägt, mit knapp 4 % der Stimmen den Einzug ins Parlament. Nach dem Zerbrechen der Regierungskoalition und der Abwahl von Parlamentspräsident Arsenij Jazenjuk wurde Lytwyn am 9. Dezember 2008 zum zweiten Mal zum Parlamentspräsidenten gewählt. Zugleich wurde der Eintritt seiner Fraktion in eine Regierungskoalition mit dem Blok Juliji Tymoschenko und der NU-NS verkündet.[3]

Wolodymyr Lytwyn kandidierte bei den Präsidentschaftswahlen 2010 erreichte jedoch nur 2,35 % der Stimmen. Bei den Parlamentswahlen 2012 konnte er in der Oblast Schytomyr ein Direktmandat gewinnen und zog erneut in die Werchowna Rada ein.

Lytwyn erhielt die Ehrendoktorwürde der türkischen Gazi Üniversitesi.



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